
Reiner Goldberg (17.10.1939 - 07.10.1939), geboren in Crostau/Oberlausitz, machte - trotz mancher Rückschläge - über Jahrzehnte eine der eindrucksvollsten Tenor-Karrieren im deutschen Fach. Er studierte in Dresden, debütierte 1967 in Radebeul und wechselte 1973 ins Ensemble der Staatsoper Dresden, gastierte aber bereits an der Deutschen Staatsoper Berlin, in deren Ensemble er 1982 wechselte. Sang er anfangs auch italienische (Herzog, Alfredo, Gabriele Adorno, Fenton) und französische (Faust, Don José, Pelléas) Partien, wurde das deutsche Fach schnell seine Bestimmung: Florestan, Max, Hüon, Erik, Tannhäuser, Lohengrin, Stolzing, Siegmund, beide Siegfriede, Parsifal, Pedro, Herodes, Aegisth und Bacchus wurden seine wichtigsten Rollen, er sang aber auch slawisches (Prinz, Stewa, Wladimir, Hermann) und zeitgenössisches Repertoire (z.B. Aron, Sergej, Lukullus). Mehr als 40 Jahre lang sang er an der Staatsoper Berlin, gastierte aber auch an der Deutschen Oper Berlin, in München, Paris, London, Wien, an der Mailänder Scala und an der MET in New York. Er sang bei den Salzburger Osterfestspielen (Erik unter Herbert von Karajan) und bei den Bayreuther Festspielen (u.a. Stolzing, Siegfried und Erik). 2015 stand er in den neuen "Meistersingern" der Staatsoper Berlin als Ulrich Eisslinger erneut auf der Bühne. Noch 2019 sang er den Eisslinger am Staatstheater Wiesbaden und in Berlin. Daneben unterrichtete er auch. Seinen Bühnenabschied gab er 2020 als 1. Gefangener in "Fidelio" bei einer Aufführung in Graz. Goldberg starb zehn Tage vor seinem 84. Geburtstag, am 7. Oktober 2023 in seiner Wahlheimat Berlin.