
Jochen Kowalski, den "König der Countertenöre", der in den 1980er Jahren ein ganz wichtiger Pionier zur Etablierung dieses bis dato außergewöhnlichen Stimmfachs war, muss man eigentlich nicht vorstellen. Geboren am 30.01.1954 als Sohn eines Fleischermeisters im märkischen Wachow bei Nauen, begeisterte er sich früh für Musik aller Art. Seine Liebe zur Oper wurde durch Vorstellungsbesuche an der Deutschen Staatsoper Berlin geweckt, wo Kowalski nach dem Abitur auch fünf Jahre als Requisiteur arbeitete, bevor er an der Musikhochschule "Hanns Eisler" (als Tenor!) Gesang studierte. Als Lehrbube in Harry Kupfers "Meistersingern" 1981 an der Komischen Oper Berlin stieß er auf Frau Prof. Marianne Fischer-Kupfer, die ihn zum Countertenor ausbildete. Als solcher machte er eine Weltkarriere, wobei die Komische Oper Berlin lange sein wichtiger künstlerischer Heimathafen blieb. Rollen: Feodor, Giustino, Orpheus, Julius Cäsar, Prinz Orlofsky, daneben in Hamburg Daniel in "Belsazar", Tolomeo im Paris, Orlofsky in Wien, Japan, an der MET und weltweit, dazu Konzerte und Liederabende, darunter immer und zuletzt verstärkt auch "leichte Muse". Zahlreiche Einspielungen dokumentieren seinen Ausnahmerang. Seit einigen Jahren ist Kammersängerin Jutta Vulpius seine Gesangslehrerin. 2013 gemeinsame Auftritte mit ihr in "Villa Verdi" an der Volksbühne Berlin. 2012 sang Kowalski den Nireno (neben Andreas Scholl als Cäsar) bei den Salzburger Festspielen, 2014 war er der King George in der Oper "George" von Elena Kats-Chernin bei den Kunstfestspielen Hannover-Herrenhausen. Regelmäßige Schlagerabende mit dem Salonorchester "Unter'n Linden", bestehend aus Mitgliedern der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Uwe Hilprecht, dem langjährigen Musikalischen Leiter des Deutschen Theaters Berlin. Dort Zusammenarbeit seit Mitte der 1990er Jahre bei der Revue "Eine Sehnsucht, ganz egal wonach".